FI Typ A EV oder Typ B: was reicht

FI Typ A EV oder Typ B: Welcher Schutzschalter reicht für die Wallbox-Installation? Dieser Vergleich klärt die Unterschiede anhand konkreter Installationsszenarien – ohne pauschales Urteil.

Rangfolge

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Fazit

Wer eine Wallbox installiert, steht vor einer Entscheidung, die keine Geschmacksfrage ist: FI-Schutzschalter Typ A EV oder Typ B. Beide sind nach VDE 0100-722 grundsätzlich zulässig – aber nicht für jede Kombination aus Fahrzeug, Ladeelektronik und Netzform. Wer den falschen Typ verbaut, riskiert entweder eine normwidrige Installation oder unnötige Mehrkosten. Dieser Vergleich richtet sich an Elektroinstallateure, Eigenheimbesitzer und Planer, die vor der Kaufentscheidung stehen.

Die Vergleichs-Kriterien

Das zentrale Kriterium ist die Gleichfehlerstromerkennung. Onboard-Charger erzeugen je nach Topologie Fehlerströme, die Wechsel-, Puls- und glatte Gleichanteile enthalten. Ein Standard-FI Typ A erkennt nur Wechsel- und pulsierende Fehlerströme – glatte Gleichfehlerströme ab 6 mA bleiben unsichtbar und können die Auslösefähigkeit benachbarter FI-Schalter blockieren. Typ A EV schließt diese Lücke, Typ B schließt sie vollständig über alle Frequenzbereiche bis DC. Das zweite Gewichtungskriterium ist die Normkonformität nach VDE 0100-722, die seit 2016 verpflichtend für EV-Ladepunkte gilt und den Mindestschutz vorschreibt. Drittens entscheidet der Fahrzeugtyp und die OBC-Topologie: Ob ein Fahrzeug galvanische Trennung verbaut, bestimmt direkt, welcher FI-Typ normativ ausreicht. Dazu kommen Netzform und die Technischen Anschlussbedingungen des lokalen Netzbetreibers, die über die Norm hinausgehen können.

Die Ergebnisse im Detail

Typ B führt das Ranking an, weil er keine Einschränkungen kennt: Er erkennt Fehlerströme von DC bis 1 kHz, erfasst glatte Gleichfehlerströme zuverlässig und gilt für alle Fahrzeugtypen, alle Ladestufen und alle Netzformen als normativ unbedenklich. Preis: 150–400 € je nach Hersteller und Poligkeit – ein Vielfaches des Typ A EV.

Typ A EV erreicht Position 2, weil er unter definierten Bedingungen eine normkonforme und wirtschaftliche Alternative darstellt. Voraussetzung: Der Wallbox-Hersteller gibt Typ A EV schriftlich frei, die Wallbox verfügt über eine integrierte galvanische Trennung oder zertifizierte DC-Detection, und das Fahrzeug lädt einphasig. Fehlt eine dieser Bedingungen, fällt Typ A EV aus der Wertung. Preis: 40–90 €.

Standard-Typ A scheidet für Neuinstallationen ohne integrierte DC-Überwachung in der Wallbox normativ aus. Nur wenn die Wallbox selbst eine zertifizierte Gleichstromüberwachung mitbringt und das in der CE-Konformitätserklärung dokumentiert ist, bleibt Typ A rechtlich vertretbar – was in der Praxis selten eindeutig nachweisbar ist.

Kaufempfehlung nach Anwendungsfall

Das folgende Ausschlussraster ersetzt kein Ingenieurgutachten, gibt aber eine klare Orientierung:

  • Dreiphasige Wallbox ohne galvanische Trennung: Typ B – kein Ermessensspielraum.
  • Einphasige Wallbox mit Herstellerfreigabe für Typ A EV: Typ A EV zulässig, günstiger, normkonform.
  • Netzbetreiber schreibt Typ B vor (TAB): Typ B – lokale TAB geht über VDE-Norm.
  • Gewerbe, Mehrfamilienhaus, öffentlich zugänglicher Ladepunkt: Typ B – keine Kompromisse bei Haftung und Versicherbarkeit.
  • Eigenheim, einphasig, Hersteller schweigt zu FI-Typ: Typ B als Absicherung – Typ A EV ohne Freigabe nicht verbaubar.
  • Wallbox mit zertifizierter integrierter DC-Detection: Konformitätserklärung prüfen, dann Typ A EV möglich – Rückfrage beim Netzbetreiber empfohlen.

Häufige Fragen

Nein, Typ B ist nicht zwingend für alle Heimwallboxen. VDE 0100-722 erlaubt Typ A EV, wenn der Wallbox-Hersteller dies explizit freigibt und die Wallbox eine galvanische Trennung oder zertifizierte DC-Fehlerstromerkennung verbaut hat. Ohne diese Herstellerfreigabe in der Dokumentation ist Typ A EV nicht regelkonform.

Typ A EV liegt je nach Hersteller und Poligkeit bei 40–90 €. Typ B kostet 150–400 €, bei vierpoligen Ausführungen für dreiphasige Anlagen auch mehr. Der Preisunterschied ist erheblich, aber bei dreiphasigen Installationen ohne Alternative.

Standard-FI Typ A erkennt keine glatten Gleichfehlerströme. Onboard-Charger können solche Fehlerströme ab 6 mA erzeugen – dieser Anteil bleibt für Typ A unsichtbar und kann benachbarte FI-Schutzschalter im Stromkreis in ihrer Auslösefähigkeit beeinträchtigen. VDE 0100-722 schließt Typ A deshalb für EV-Ladepunkte ohne interne DC-Überwachung aus.

Die Herstellerfreigabe muss in der Bedienungsanleitung, dem Datenblatt oder der CE-Konformitätserklärung der Wallbox explizit stehen. Allgemeine Aussagen wie 'FI Typ A ausreichend' ohne Bezug auf Typ A EV gelten nicht. Im Zweifel schriftliche Bestätigung beim Hersteller anfordern.

Ja, Typ B ist universell einsetzbar – auch wenn die Fahrzeugelektronik eine galvanische Trennung verbaut. Er schützt auch dann vollständig, wenn sich das Fahrzeug ändert oder ein anderes Modell geladen wird. Typ B ist die zukunftssichere Wahl, wenn mehrere Fahrzeuge oder unbekannte Fahrzeugtypen an der Wallbox laden sollen.

Ja. Technische Anschlussbedingungen lokaler Netzbetreiber können über VDE 0100-722 hinausgehen und Typ B verbindlich vorschreiben. Das ist keine Seltenheit, besonders in bestimmten Regionen oder bei Installationen über 11 kW. Vor der Installation beim zuständigen Netzbetreiber nachfragen.