Wer mehr als eine Wallbox betreibt oder Ladevorgänge abrechnen muss, kommt an OCPP nicht vorbei. Das Open Charge Point Protocol entkoppelt Hardware und Software: Die Wallbox kommuniziert mit jedem kompatiblen Backend – unabhängig vom Hersteller. Das macht OCPP-Geräte zur ersten Wahl für Vermieter, Gewerbetreibende, Wohnungseigentümergemeinschaften und Flottenbetreiber, die Ladekosten verursachergerecht verteilen wollen.
OCPP steht in zwei relevanten Versionen im Markt: OCPP 1.6J (JSON über WebSocket, weit verbreitet) und OCPP 2.0.1 (erweiterte Sicherheits- und Smart-Charging-Funktionen). Geräte mit OCPP 1.6J lassen sich an nahezu jeden öffentlichen oder privaten Lademanagement-Dienst anbinden – von Open-Source-Backends wie SteVe bis zu kommerziellen Plattformen. OCPP 2.0.1 liefert zusätzlich Plug-and-Charge nach ISO 15118, feingranulares Lastmanagement und zertifikatsbasierte Authentifizierung. Die Verbindung läuft typischerweise über LAN oder WLAN, Mobilfunk-Varianten (4G/LTE) existieren für Standorte ohne festes Netz. Authentifizierung erfolgt per RFID-Karte, App oder Backend-Token. Ladeleistungen reichen je nach Modell von 11 kW (3-phasig, 16 A) bis 22 kW (3-phasig, 32 A).
OCPP-Wallboxen setzen eine feste Netzwerkverbindung voraus – das ist keine Option, sondern Pflicht für den Protokollbetrieb. Die Wallbox wird vom Elektrofachbetrieb an den Hausanschluss angebunden, ein Zähler nach MID-Norm ist für eichrechtskonforme Abrechnung zwingend erforderlich. Die Einbindung ins Backend erfordert eine URL, Port und Passwort – einmalige Konfiguration, danach läuft der Betrieb wartungsarm. Dynamisches Lastmanagement über OCPP erlaubt die Steuerung mehrerer Ladepunkte in Echtzeit, sodass die Hausanschlussleistung nicht überschritten wird. Firmware-Updates werden remote eingespielt. Ein lokales Fallback ohne Backend-Verbindung sollte im Datenblatt explizit ausgewiesen sein – nicht alle Geräte laden bei Verbindungsabbruch weiter.
OCPP-Wallboxen lohnen sich ab dem zweiten Ladepunkt oder sobald Abrechnung gegenüber Dritten notwendig wird. Vermieter, WEGs und Gewerbebetriebe mit Fuhrpark greifen hier zu. Wer nur zuhause für sich selbst lädt und kein Lastmanagement benötigt, fährt mit einer proprietären Wallbox günstiger und einfacher. Entscheidend beim Kauf: OCPP-Version prüfen, MID-Zähler als Pflichtausstattung definieren und Backend-Kompatibilität vor Vertragsschluss testen.
| Steckertyp | nicht zutreffend |
|---|---|
| Kabellänge | 0 m |
| IP-Schutzklasse | 0 |
| Garantie | 2 Jahre |
| PV-Ready | Nein |
| Outdoor-tauglich (IP54/IP65) | Nein |