Wer im Mehrfamilienhaus Ladepunkte nachrüsten will, steht vor anderen Herausforderungen als der Einfamilienhausbesitzer: Der Hausanschluss ist limitiert, mehrere Nutzer teilen sich die verfügbare Leistung, und die Abrechnung muss eichrechtlich konform laufen. Verwalter, WEG-Eigentümer und Investoren brauchen Systeme, die skalieren und sich ins Gebäudemanagement einbinden lassen.
Das entscheidende Kriterium ist dynamisches Lastmanagement: Die Wallbox-Anlage muss die verfügbare Netzkapazität in Echtzeit auf alle aktiven Ladepunkte verteilen, ohne den Hausanschluss zu überlasten. Systeme wie ABB Terra AC, Keba KeContact P30 oder Heidelberg Energy Control bieten genau das über Modbus oder proprietäre Backend-Anbindung. Ladekapazitäten pro Punkt liegen typisch bei 11 kW (3-phasig, 16 A) oder 22 kW (3-phasig, 32 A). Für MFH empfiehlt sich 11 kW pro Stellplatz mit zentralem Lastmanagement über einen dedizierten Controller. OCPP 1.6 oder OCPP 2.0.1 als Kommunikationsprotokoll ist Pflicht für Betreiber, die ein unabhängiges Backend nutzen oder wechseln wollen.
Seit dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) und den Vorgaben des Eichrechts müssen öffentlich zugängliche und semipublike Ladepunkte mit einem MID-zertifizierten Zähler ausgestattet sein. Im MFH gilt das für alle Ladepunkte, die nicht ausschließlich vom Wohnungsinhaber selbst genutzt werden. Modelle mit integriertem MID-Zähler (z.B. Webasto Next, Mennekes Amtron) ermöglichen direkte Nutzerabrechnung per RFID oder App. Für größere Anlagen ab 5 Stellplätzen empfiehlt sich ein zentrales Backend (z.B. has·to·be, Monta), das Verbrauchsdaten erfasst, Rechnungen generiert und Zugangskontrolle übernimmt. Die Installationskosten liegen je nach Verkabelungsaufwand bei 800–2.500 € pro Stellplatz netto.
Kleine WEGs mit 3–6 Stellplätzen fahren mit einer vernetzten Plug-and-Play-Lösung mit integriertem Lastmanagement und MID-Zähler am wirtschaftlichsten — Heidelberg Energy Control im Verbund ist hier erste Wahl. Ab 10 Ladepunkten lohnt ein Backend-System mit OCPP, das Betrieb, Abrechnung und Wartung zentralisiert. Wer nur einen privaten Stellplatz im MFH nachrüstet und keine gemeinsame Infrastruktur plant, kommt mit einer einfachen 11-kW-Box ohne Backend aus — sofern der Netzbetreiber zustimmt und kein Lastmanagementsystem vorgeschrieben ist.
| Steckertyp | nicht zutreffend |
|---|---|
| Kabellänge | 0 m |
| IP-Schutzklasse | 0 |
| Garantie | 3 Jahre |
| PV-Ready | Nein |
| Outdoor-tauglich (IP54/IP65) | Nein |