Wer in einem Mehrfamilienhaus mehrere Elektrofahrzeuge gleichzeitig laden will, stößt schnell an die Grenzen des Hausanschlusses. Ein Lastmanagement-Controller löst genau dieses Problem: Er verteilt die verfügbare Leistung dynamisch auf alle angeschlossenen Wallboxen – priorisiert, fair oder bedarfsgesteuert. Zielgruppe sind Wohnungseigentümergemeinschaften, Hausverwaltungen und Projektentwickler, die Ladeinfrastruktur ohne kostspieligen Netzausbau realisieren wollen.
Der Controller sitzt als zentrale Recheneinheit zwischen dem Energiezähler und den einzelnen Ladepunkten. Er misst den aktuellen Gesamtverbrauch des Gebäudes per Stromwandler (CT-Klemmen) in Echtzeit und berechnet daraus die freie Restkapazität. Diese wird auf die aktiven Ladevorgänge verteilt – typisch über ein OCPP-1.6-Protokoll oder proprietäre Bus-Kommunikation. Unterstützt werden in dieser Geräteklasse üblicherweise 8 bis 32 Ladepunkte je Controller-Einheit, erweiterbar per Kaskadierung. Die Montage erfolgt im Unterverteiler auf DIN-Schiene, Schutzart IP20 für den Innenbereich. Energiemessung und Abrechnungsdaten lassen sich per Ethernet oder WLAN an ein Backend-System übertragen, was geeichte Abrechnung nach dem Wohnungsstromgesetz vorbereitet.
Die Parametrierung läuft über ein Web-Interface oder eine App – IP-Adresse aufrufen, maximale Hausanschlussleistung eintragen, Priorisierungsregeln festlegen, fertig. Wichtig für die Planung: Jede angeschlossene Wallbox muss OCPP-fähig sein oder das proprietäre Protokoll des Herstellers sprechen – Kompatibilität vor Kauf prüfen. Der Elektriker verdrahtet die CT-Klemmen am Hauptzähler und verbindet die Wallboxen per Netzwerkkabel oder RS485-Bus. Firmware-Updates erfolgen remote, Diagnosedaten stehen über das Dashboard bereit. Für WEG-Projekte mit Einzelabrechnung empfiehlt sich die Kombination mit MID-geeichten Wallboxen und einem MSBG-konformen Backend.
Dieser Controller rechnet sich ab vier Ladepunkten aufwärts in Mehrfamilienhäusern, Tiefgaragen und Gewerbeobjekten, wo ein Hausanschluss-Upgrade 10.000 € oder mehr kosten würde. Hausverwaltungen profitieren zusätzlich vom zentralen Monitoring. Einzelhauseigentümer mit einer oder zwei Wallboxen brauchen kein dediziertes Lastmanagement – dort genügt eine smarte Wallbox mit integrierter Leistungsbegrenzung.
| Steckertyp | nicht zutreffend |
|---|---|
| Kabellänge | 0 m |
| IP-Schutzklasse | 0 |
| Garantie | 2 Jahre |
| PV-Ready | Nein |
| Outdoor-tauglich (IP54/IP65) | Nein |