myenergi aus Nordengland baut Wallboxen und Energiemanagement-Geräte mit Fokus auf Solar-Integration und smarte Laststeuerung — Made in UK, Fachhandel und Direktvertrieb.
myenergi hat seinen Sitz in Stallingborough, einem kleinen Industriestandort nahe Grimsby im Nordosten Englands. Das Unternehmen wurde von Lee Sutton und Jordan Brompton gegründet — zwei Elektroingenieure, die frustriert waren, dass handelsübliche Wallboxen überschüssigen Solarstrom schlicht ignorierten. Aus dieser Lücke entstand der Zappi, eine Wallbox, die EV-Laden direkt mit Photovoltaik-Erzeugung koppelt. Dieser Ansatz machte myenergi zu einem der frühen Spezialisten für solares Laden im europäischen Markt.
Das Kernsortiment dreht sich um vier Geräte, die als Ökosystem zusammenspielen. Die Wallbox Zappi ist das Flaggschiff: Sie lädt entweder aus dem Netz, aus PV-Überschuss oder in einem gemischten Modus — steuerbar per App oder automatisch über Haushalts-Sensoren. Ladeleistung: bis zu 22 kW bei dreiphasiger Installation, einphasig bis 7,4 kW. Ergänzt wird die Zappi durch den Eddi (PV-Überschuss-Heizsteuerung), den Harvi (kabelloser Energiesensor) und den Hub für die Netzwerkanbindung. Dieses Zusammenspiel macht myenergi weniger zur reinen Wallbox-Marke als zum Anbieter eines vollständigen Heimenergie-Managementsystems. Eine reine Budget-Ladelösung ohne Smart-Funktionen findet sich im Portfolio nicht.
myenergi richtet sich an Eigenheimbesitzer mit PV-Anlage oder konkreten Plänen dafür, sowie an Installateure, die ihren Kunden ein integriertes System anbieten wollen. Der Vertrieb läuft über zertifizierte Installationspartner und den Direktkanal auf der eigenen Website — klassischer Baumarktverkauf findet nicht statt. Preislich liegt die Zappi deutlich über Einstiegs-Wallboxen: Je nach Ausführung und Zubehör sind 700–1.100 € realistisch. Damit bewegt sich myenergi klar im gehobenen Segment. Der Fokus liegt auf dem britischen Heimatmarkt, aber die Expansion in Deutschland, Österreich und die Niederlande ist aktiv vollzogen worden.
Die Stärke liegt eindeutig in der PV-Integration: Kein anderes System dieser Preisklasse steuert den Ladevorgang so differenziert auf Basis von Echtzeit-Erzeugungsdaten. Die App-Anbindung und das Energiedashboard sind ausgreift und für Laien bedienbar. Zertifizierungen nach britischen und europäischen Normen liegen vor. Grenzen zeigen sich bei der Komplexität: Wer einfach eine Steckdose mit mehr Komfort will, ist mit myenergi überfordert und überzahlt. Auch die Abhängigkeit vom Hub für volle Funktionalität und die Notwendigkeit eines zertifizierten Installateurs erhöhen Gesamtkosten und Aufwand.
myenergi ist die richtige Wahl für Eigenheimbesitzer mit vorhandener oder geplanter PV-Anlage, die den Eigenverbrauch maximieren wollen. Wer morgens die Batterie vom Auto mit günstigem Nacht- oder selbst erzeugtem Solarstrom laden will, ohne manuell einzugreifen, bekommt hier ein durchdachtes System. Wer hingegen nur eine zuverlässige, günstige Ladestation für die Garage sucht, schaut besser bei einfacheren Anbietern.