Loxone ist Smart-Home-Spezialist mit eigener Wallbox-Lösung – vollständig ins Loxone-Ökosystem integriert, aber außerhalb davon kaum sinnvoll einsetzbar.
Loxone hat sich als Anbieter von Gebäudeautomationssystemen einen Namen gemacht, bevor das Unternehmen sein Portfolio um eine eigene Wallbox erweiterte. Der Schritt in die Ladeinfrastruktur war konsequent: Wer ohnehin die gesamte Haustechnik – Licht, Heizung, Beschattung, Sicherheit – über einen zentralen Miniserver steuert, will auch das Elektroauto in diesen Kreislauf einbinden. Die Wallbox ist bei Loxone kein eigenständiges Produkt, sondern eine Erweiterung des bestehenden Ökosystems.
Loxone bietet eine Wallbox, die primär auf die Kommunikation mit dem Loxone Miniserver ausgelegt ist. Die Ladestation unterstützt Ladeleistungen von bis zu 22 kW (dreiphasig) und kommuniziert über das hauseigene Loxone-Protokoll. Das ermöglicht Funktionen wie lastabhängiges Laden: Überschussenergie aus der Photovoltaikanlage wird direkt zum Laden genutzt, Haushaltsstrom-Verbrauchsspitzen werden automatisch gekappt. Statische oder dynamische Laststeuerung ist damit ohne zusätzliche Hardware realisierbar – vorausgesetzt, der Loxone Miniserver ist bereits installiert. OCPP-Kompatibilität für externe Backend-Systeme steht nicht im Vordergrund; der Fokus liegt klar auf der nativen Integration.
Loxone richtet sich an Bauherren und Sanierer, die bereits auf das Loxone-System setzen oder es vollständig neu planen. Der Vertrieb läuft ausschließlich über zertifizierte Loxone-Partner – Elektriker und Systemintegratoren, die das Gesamtsystem planen und installieren. Im Baumarkt oder im freien Online-Handel ist die Wallbox nicht zu finden. Das Preis-Level liegt im mittleren bis oberen Bereich, wobei der eigentliche Mehrwert erst durch das Zusammenspiel mit dem Miniserver und weiteren Loxone-Komponenten entsteht. Für reine Wallbox-Käufer ohne Loxone-Umgebung ist das Angebot nicht gedacht.
Die Stärke liegt in der tiefen Integration: PV-Überschussladen, Lastmanagement und Zeitpläne lassen sich ohne Drittanbieter-Apps direkt im Loxone-System konfigurieren. Wer den Miniserver bereits nutzt, bekommt eine nahtlos eingebundene Ladelösung. Die Grenze ist dieselbe Medaille: Ohne Loxone-Infrastruktur fehlt der Kernnutzen vollständig. Eine Standalone-Nutzung, ein App-unabhängiger Betrieb oder die Einbindung in fremde Energiemanagementsysteme ist nicht vorgesehen. Die Abhängigkeit vom Loxone-Ökosystem ist bewusst – aber auch ein Lock-in.
Wer bereits mit Loxone baut oder saniert und eine Photovoltaikanlage betreibt, bekommt mit der Loxone Wallbox eine sauber integrierte Ladelösung ohne Schnittstellenprobleme. Für alle anderen – Nutzer ohne Miniserver, OCPP-pflichtige Gewerbeprojekte oder Käufer, die Flexibilität beim Systemwechsel brauchen – ist ein herstellerunabhängiges Gerät die bessere Wahl.