Easee ist ein skandinavischer Wallbox-Hersteller mit klarem Fokus auf schlichtes Design, smarte Ladefunktionen und nachhaltige Produktion – positioniert im Premium-Segment.
Easee wurde 2018 in Stavanger, Norwegen, gegründet – in einem Land, das beim Elektroauto-Anteil weltweit führt. Die Gründer kamen nicht aus der klassischen Elektrotechnik-Branche, sondern aus Software und Produktdesign. Das erklärt, warum die erste Easee Home von Anfang an als vernetztes Gerät konzipiert wurde und nicht als nachträgliche Ergänzung um eine App. Der Ansatz: eine Ladestation, die sich über Cloud-Software aktualisiert, mit anderen Easee-Geräten kommuniziert und dabei so kompakt bleibt, dass sie an jeder Außenwand ohne Fremdkörper-Effekt funktioniert.
Easee konzentriert sich auf wenige, klar definierte Produkte. Die Easee Home ist die Basis-Wallbox für private Haushalte – einphasig oder dreiphasig betreibbar, bis 22 kW Ladeleistung, mit integriertem RFID-Chip und WLAN. Die Easee Charge richtet sich an Gewerbe und Mehrfamilienhäuser, unterstützt Lastmanagement und lässt sich in Clustern mit bis zu 12 Einheiten verbinden, die sich eine Zuleitung teilen. Das Easee Equalizer-Modul ergänzt beide Geräte um ein dynamisches Lastmanagement direkt am Zähler. Alle Geräte sind nach IP54 geschützt, für Innen- und Außenmontage geeignet und laufen über die Easee-App oder offene API-Schnittstellen. Kabelmanagement ist optional; Typ-2-Stecker wird mitgeliefert oder fest verbaut, je nach Ausführung.
Easee verkauft primär über Installateure und zertifizierte Fachpartner – kein Baumarkt-Produkt. Der Endpreis der Easee Home liegt bei rund 500–700 € netto, Fachhandel und Installateur-Netzwerke bestimmen den Endkundenpreis. Damit bewegt sich Easee klar im Premium-Segment, konkurriert aber mit Geräten, die ähnliche Konnektivität bei weniger Designanspruch bieten. Der Vertrieb ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv, mit starker Präsenz in den Niederlanden und Skandinavien. Hauptzielgruppe sind Eigenheimbesitzer mit Elektroauto, Wohnungsbaugesellschaften und Gewerbekunden, die ein einheitliches, skalierbares Ladenetz aufbauen wollen.
Das Gehäuse besteht zu einem wesentlichen Teil aus recyceltem Kunststoff; Easee kommuniziert aktiv einen reduzierten CO₂-Fußabdruck gegenüber konventionellen Wallboxen. Das Cluster-Lastmanagement über mehrere Ladepunkte ist ohne externe Hardware realisierbar – ein echter Vorteil bei Mehrfamilienhaus-Projekten mit begrenzter Hausanschlussleistung. Schwäche: Die Cloud-Abhängigkeit ist real. Ohne Internetverbindung arbeitet das Gerät im Basismodus, smarte Funktionen fallen weg. Kein eigener Display; alle Statusinformationen laufen über die App oder LED-Ring.
Easee passt für Eigenheimbesitzer, die eine optisch zurückhaltende, app-gesteuerte Wallbox ohne Kompromisse bei der Konnektivität suchen. Besonders sinnvoll bei Photovoltaik-Anlagen mit dynamischer Ladesteuerung oder bei Objekten mit mehreren Ladepunkten, wo das Cluster-Lastmanagement Installationskosten spart. Wer eine einfache, offline-fähige Wallbox ohne App-Zwang bevorzugt, greift besser zu einem lokaler gesteuerten Gerät.